Agnes Müller-Grünwedel ist seit September 2022 Pfarrerin in den Kirchengemeinden Absberg-Spalt.

Sie erreichen mich unter der Telefonnummer: 09175-78887.

 

Interview mit Pfarrerin Agnes Müller-Grünwedel aus dem Gemeindebrief:

Liebe Frau Pfarrerin Müller-Grünwedel, wir freuen uns sehr, dass Sie ab 1. September unsere neue Pfarrerin in Absberg und Spalt sein werden. Wir sind sehr gespannt auf Sie und Ihre Familie und sagen an dieser Stelle schon mal ein HERZLICHES WILLKOMMEN im fränkischen Seen- und Hopfenland.

Was hat Sie eigentlich dazu bewogen, sich auf die Pfarrstelle Absberg/Spalt zu bewerben?

M-G: Als klar war, dass wir nicht nach Brasilien zurückgehen würden, habe ich mich erinnert, dass die Pfarrstelle in Absberg/ Spalt frei werden würde. Ich habe mich ein bisschen informiert und umgehört und Gemeinden wahrgenommen, denen Traditionen wichtig sind, die aber gleichzeitig offen dafür sind, Neues auszuprobieren. Das ist mir sehr wichtig. Und ich mag Gemeinden, in denen sich die Menschen kennen. Ich mag es Gottesdienste zu feiern und zu wissen, wer da in den Bänken sitzt. Und das Spalter Hügelland und die Seen gefallen uns als Familie sehr gut. Ich glaube wir werden uns hier sehr wohlfühlen.

Die letzten Jahre waren Sie ja mit Ihrer Familie in Brasilien. Was ist dort anders als in der bayrischen Landeskirche? Was bringen Sie von dort mit?

M-G: In der Lutherischen Kirche in Brasilien ist Vieles ganz anders und manches auch vertraut. Kirchenlieder zum Beispiel, die die Menschen vor über 200 Jahren aus Deutschland mit nach Brasilien gebracht haben, singen die Gemeinden auch heute noch auf Deutsch oder Portugiesisch. Die Struktur der Kirche ist ganz anders, die Gemeinden sind eigenständiger, sie bezahlen z.B. selbst ihre Pfarrerinnen oder Pfarrer. Die Gottesdienste haben oft sehr persönliche Elemente. Es ist z.B. üblich, dass die Menschen vor dem Fürbittengebet eigene Gebetsanliegen einbringen, die dann in das Gebet aufgenommen werden. Menschen, die Geburtstag haben, bekommen Geburtstagsständchen. Ich habe auch den Eindruck, dass der Glaube im Alltag der Menschen eine andere Rolle spielt. Und die Lutherische Kirche ist eine sehr kleine Kirche zwischen vielen verschiedenen (Frei-) Kirchen und der katholischen Kirche. Ich habe dort unglaublich viel gelernt, besonders von den Menschen. Und die Zeit in Brasilien hat auch meinen eigenen Glauben verändert.

Erzählen Sie uns bitte ein bisschen was über Ihren Werdegang? Wo haben Sie studiert? Welche Stellen hatten Sie vor Brasilien? Was hat sie motiviert, den Pfarrberuf zu ergreifen?

M-G: Ich komme ja ursprünglich aus einer anderen Landeskirche, aus Württemberg. Dort, in Ludwigsburg, war ich in der Gemeinde aktiv, besonders in der Kinderkirche. Unsere damalige Pfarrerin hat mit uns die Vorbereitung gemacht und wir haben uns intensiv mit den biblischen Texten und theologischen Fragen beschäftigt. Das hat mich gepackt, da wollte ich gerne tiefer einsteigen und deshalb habe ich angefangen in Leipzig Theologie zu studieren. Ein Auslandsstudienjahr habe ich in Mittelamerika, in Costa Rica, verbracht und war dann noch an den Universitäten in Erlangen und München. Mein Mann ist auch Pfarrer und so bin ich in „seine“ bayerische Landeskirche gewechselt. Im Vikariat war ich zuerst in Erlangen und dann in Ebermergen und Mauren am Rande des Nördlinger Rieses. Vor Brasilien war ich noch mit meinem Mann in der Kirchengemeinde Donauwörth. Und dann eben in einer kleinen deutsch-brasilianischen Gemeinde im Zentrum der brasilianischen Bundeshauptstadt Curitiba.

Sie werden auch in den Grundschulen in Absberg und Spalt unterrichten. Was schreiben Sie den Kindern bei folgenden Rubriken ins Freundebuch?

Alter: fast 39 Größe: 168 cm Augenfarbe: blau-grün

Zu meiner Familie gehören: Mein Mann Heiko, unsere Söhne Elias und Jeremias, dann gibt es noch Eltern, meinen Bruder mit Familie und hoffentlich bald zwei Kätzchen – wir mussten unsere nämlich in Brasilien bei den Nachbarn lassen, das hat unsere Jungs sehr traurig gemacht.

Lieblingsmusik: das kommt ganz auf die Situation an, von Klassik bis Hiphop, Musik aus anderen Kulturen, besonders aus Brasilien Lieblingsbuch: Ich habe kein Lieblingsbuch, aber ich lese gerne – besonders Romane. Ich mag es, wenn sie mich in fremde Welten führen und mich überraschen. Hobbys: Musik machen und hören, lesen, wandern, nähen, lateinamerikanische Kulturen (Musik, Essen, Literatur, Kunst)

Das kann ich besonders gut: Schwäbisch – Hochdeutsch geht aber auch Das mag ich gar nicht: rohen Fisch

Die Kirche verändert sich stark. Wir lesen es in der Zeitung, wir hören von vielen Kirchenaustritten und spüren es am Gottesdienstbesuch. Was denken Sie – Hat die Kirche Zukunft?

M-G: Die Bibel erzählt uns von Erfahrungen, die Menschen mit Gott gemacht haben. Und ich denke das, was wir dort lesen und hören, hat für uns und für die Zeiten in denen wir leben, so viel Bedeutung! Da wird von Menschen erzählt, die eine unsichere Zukunft vor sich haben, die nicht wissen, was sie morgen essen werden, die Leid und Tod erfahren, die zweifeln und die aber immer wieder Gottes Nähe spüren, die Kraft bekommen, denen Gott Freude am Leben gibt.

Und die Kirche ist ein Ort, an dem wir davon hören, an dem wir uns austauschen können, an dem unsere Fragen und Ängste einen Platz haben, an dem wir gemeinsam beten und Gott loben. Ja, ich denke, Kirche hat eine Zukunft. Aber sie wird wahrscheinlich in vielen Dingen anders sein, als wir sie kennen. Sie wird ihren Platz nicht mehr selbstverständlich haben. Ich denke es ist wichtig, dass die Kirche auf Menschen zugeht, sich für die Fragen der Menschen interessiert, offen ist, Neues wagt und mutig ist. Und ich sehe darin auch eine große Chance, dass sich aus der Krise, in der wir uns befinden, Gutes entwickelt. Und mir ist auch wichtig, dass wir nicht vergessen: Kirche ist nicht nur eine Institution mit einer Verwaltung in München, Kirche sind nicht nur die anderen, Kirche, das sind wir!

Was ist Ihr Lieblingsvers/ Ihre Lieblingsgeschichte aus der Bibel und warum?

M-G: Für mich ist die Geschichte der beiden Frauen im Buch Rut sehr wichtig. Mich beeindruckt der Glaube der beiden, ihr Vertrauen in Gott, wie sich auf den Weg machen in eine unsichere Zukunft, in die Fremde, wie sie für ihre Rechte kämpfen, sich ein neues Leben aufbauen und dabei festgefahrene Denkweisen überwinden. Aber abgesehen davon sind es immer wieder andere Bibelverse oder Bibelgeschichten, die mir wichtig sind, das hängt ganz stark von meiner jeweiligen Lebensphase ab. Und ich finde das so toll an der Bibel: Wie sie mich durch mein Leben begleitet, in den ganz verschiedenen Momenten, wie sie mir Kraft gibt, neue Perspektiven, einen Raum für meine Freude und Worte in schwierigen Zeiten.

Worauf freuen Sie sich, wenn Sie am 1. September bei uns starten?

M-G: Ich freue mich, dass es nach so vielen Monaten des Wartens endlich losgeht! Ich freue mich darauf, den Menschen aus Absberg und Spalt zu begegnen! Ich freue mich darauf mit den Kirchenvorständen und Ihnen allen das Leben in den Gemeinden zu gestalten. Ich bin gespannt, welche Wege die Zukunft für uns bringt. Ich würde mich freuen, wenn viele von Ihnen sich mit Ihren Interessen und Begabungen einbringen – vom Biertische aufstellen über technische Fragen, vom Kuchenbacken bis zum Mitgestalten von Gottesdiensten. Und ich möchte Sie ermuntern mich anzusprechen, wenn Sie Ideen haben, wenn Sie ein Gespräch oder einen Besuch möchten, wenn Sie sich gerne in der Gemeinde einbringen möchten.

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